Stellungnahme


„Der Skulpturengarten ist zum Ursprung für Kunstprojekte und kulturelle Ideen in Leipzig und darüber hinaus geworden. Diese Qualität ist durch beharrliche freiwillige, unentgeltliche und zum Teil auch körperlich harte Arbeit vieler begeisterter Helferinnen und Helfer möglich geworden und über lange Jahre gewachsen.“

(Zitat aus den Kommentaren zur Petition)


Wer würde freiwillig ein solches Lebenswerk „aufgeben“?

Die eilig veröffentlichte Zusage des FAIRbunds, den Garten als „Ort für Kunst, Kultur und Begegnung“ weiter „zu entwickeln“, lässt angesichts der von uns gemachten Erfahrungen viele Fragen offen.

  • Was rechtfertigt es, ehrenamtliche Initiativen zu behindern, um mit öffentlichen Geldern Ähnliches selbst zu machen?
  • Was ist aus dem ehemaligen Biergarten mit Ginkgobaum unter dem „neuen Konzept“ des Budde-Hauses geworden?
  • Kunst und Begegnung brauchen eine Willkommenskultur. Eine solche haben wir nicht erlebt.

Die Bürgerinitiative für den Erhalt des Skulpturengartens läuft noch bis zum 13. August 2020:

Zur Petition


Liebe Gohliser*innen, liebe Liebhaber*innen des Skulpturengartens,

wir hatten Sie im Juni um Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Ort für unseren Skulpturengarten aufgerufen.
Auf die daraufhin entstandene Bürgerinitiative zum Erhalt des Skulpturengartens am Budde-Haus reagierte der FAIRbund mit einem offenen Brief, der ein „Ausscheiden des KuK auf eigenen Wunsch“ proklamiert. Was für eine Ironie.

Als Vorstand des KuK Gohlis sehen wir uns veranlasst, hier Wesentliches zu ergänzen:

Viele unter Ihnen waren beteiligt, als Kinder und Erwachsene der Kreativitätswerkstatt mit Herzblut in den vergangenen 25 Jahren den Hof – mit dem Mosaik – gestaltet und den Garten bepflanzt, geprägt und zugänglich gemacht haben.
Aus dem Engagement in der Kreativitätswerkstatt wurde der Gohliser Verein für Kunst und Kultur – KuK Gohlis geboren.
Sein Handeln ist nicht auf ökonomische Verwertung ausgerichtet, unterliegt keinem Inszenierungszwang – im Gegenteil, es lädt ein zur Muße. So entstand die besondere Atmosphäre dieses Gartens, verwandelte sich in jedem Jahr mit neuen Skulpturen zu einem spannungsreichen Kunstraum, der bis heute behutsam bespielt werden darf.
Vor 2017 war diese künstlerische und soziokulturelle Arbeit relativ unkompliziert möglich.

Dass sich dieser Raum in seinem Zauber fortentwickeln kann – dafür haben wir drei Jahre lang verhandelt, gekämpft und schließlich kapituliert.

Am Beginn der Zusammenarbeit des KuK mit dem FAIRbund stand die Zusage, den Garten als Skulpturengarten zu erhalten.
Es war uns wichtig, die Spielräume zu bewahren, welche die Kunst braucht, um zu entstehen.
Dies sollte mit einem Kooperationsvertrag geregelt werden.

Wir sahen uns jedoch bald mit einem zunehmend repressiven Gesprächsstil konfrontiert.
Der offene Brief des FAIRbunds zeigt selbst sehr deutlich, wovon die Gespräche schließlich bestimmt waren: von „Grenzen“, „Ärgernissen“, der Einhaltung von Anweisungen, von „Ruhe-“ und „Störungen“.

Alle Versuche des KuK, mögliche Konflikte zu benennen und im Kooperationsvertrag zu regeln, wurden nach mehreren Anläufen begründungslos abgelehnt.
Das Angebot eines außenstehenden Mediators, an den Gesprächen teilzunehmen, wurde ebenfalls abgelehnt.

Nach 3 Jahren zeit- und personalintensiver Verhandlung sah sich der Vorstand am Ende seiner Möglichkeiten. Es ist uns innerhalb dieser Zeit nicht gelungen, beim Budde-Haus ein Grundverständnis für die künstlerischen Prozesse rund um den Garten zu erreichen.

Hier von einer „Entscheidung des KuK“ zu sprechen, setzt voraus, dass es eine Wahl gibt.
Wir hatten keine Wahl.

Die große Resonanz auf die Petition verstehen wir nun auch so: als Aufforderung an uns als KuK Gohlis e.V., uns gemeinsam mit Ihnen dafür zu engagieren, den Skulpturengarten für Gohlis erhalten zu können.

Wir sind und bleiben offen – für neue Orte wie für moderierte Gespräche.

Herzliche Grüße,
Ihr Vorstand des KuK Gohlis e.V.

Christa Manz-Dewald
Uta Schlenzig
Sebastian Schneider


P.S. Im Übrigen wurde, in Abstimmung mit dem Amt für Umwelt, immer darauf geachtet, die Lärmemissionen des Bildhauer Pleinairs auf ein Minimum, deutlich unterhalb der gesetzlich zulässigen Werte zu beschränken. Das konnte durch Messungen hinterlegt werden.